Die Bundes- und die Landesregierungen des österreichischen Ostens verkünden die körpernahen Dienstleistungen über Ostern zu schließen. Die Maßnahmen werden in Wien, Niederösterreich und im Burgenland greifen. Ab dem Gründonnerstag (1.April) bis Osterdienstag gilt neben einer strengeren und ganztägige Ausgangssperre rund um die Uhr – mit den üblichen Ausnahmen – auch ein Verbot der Durchführung von körpernahen Dienstleistungen. Dies betrifft höchstwahrscheinlich auch den Bereich Escort. Der Bereich des Escort Wesens wird stiefmütterlich seitens des Gesetzgebers mal als körpernahe Dienstleistung qualifiziert und mal nicht. Jedenfalls durch die 2. Novelle zur 4. COVID‑19‑SchuMaV wurde das Escort Wesen der körpernahen Dienstleistung zugeschrieben. Bis jetzt lässt der materielle Gesetzgeber (lediglich Verordnungen werden materiell erlassen und haben einen niederen Rang in der Landschaft der Gesetze, da diese eben nicht durch das Parlament erlassen werden, sondern durch einen Minister)  jeglichen Normtext vermissen. Daher ist die gesamte Branche des Escortwesens, welche durch diesen Lockdown eventuell betroffen ist, eine Woche im Vorfeld eines Lockdowns, absolut im Unklaren über dessen Auswirkungen und jeder Möglichkeit beraubt festzustellen was auf alle in diesem Bereich zukommt. Das verfassungsgemäße Gebot der sog. Einschleifregelung – daher des langsamen Eingriffs in Grundrechte durch Gesetze – wurde aufgrund der Pandemie und der raschen Notwendigkeit zu reagieren seitens der normsetzenden Ak­teure niemals respektiert, doch nun wird dieses Gebot wohl auch grob fahrlässig missachtet. Dies ist nicht der erste Lockdown und eine gesetzliche Regelung zeitgleich mit der Verkündung eines solchen zu verabschieden sollte nicht nur möglich sein, sondern Voraussetzung. Wenn so viele Menschen an den Rand der Existenz getrieben werden und dies offenkundig in kauf genommen wird und zeitgleiche eine massive polizeiliche Verfolgung derselben einsetzt, ist dies nicht mehr mit rechtsstaatlichen Prinzipien zu vereinbaren.