Die Problematik wurde klar, als „Me Too“ in den USA ihre Forderungen verbreitete. Diese Gruppe ist bei Gott nicht die einzige, welche sich dazu berechtigt fühlt, durch Unrecht, welches in der Geschichte systematisch vorhanden war und zu schrecklichen Diskriminierungen führte, sich mit der Begründung, es wurde ihre Gruppe viel zu lange, oft viele Hunderte oder mehr Jahre, diskriminiert, und daher erfuhren diese Menschen, bedingt durch ein krankes, korruptes oder sonstiges nicht mehr auf Gerechtigkeit ausgerichtetes System, dass es nicht möglich gewesen sei, deren Anliegen fair und gerecht zu erfüllen. Darum ist die Argumentation, es müsse nun das andere Extrem gelebt werden. Die größte und bekannteste Gruppe, welche über das objektive Merkmal Geschlecht erkannt wird, sind die Frauen. Die „Me Too“-Bewegung vertrat ab ca. 2020 in den USA den Ansatz, dass, nachdem Frauen durch Ehemänner und Männer generell immer schon misshandelt wurden, deren Täter jedoch niemals ihrer gerechten Strafe zugeführt werden konnten, das System von nun an, wenn eine Frau berichtet, dass ihr Gewalt oder Schlimmeres angetan wurde, diesen Aussagen ohne weitere Nachforschungen zu glauben habe, diese zu verfolgen seien und es keiner Hinterfragung mehr bedürfe, ob die behauptete Handlung, daher ob die Beschuldigung einer Frau gegen einen Mann, überhaupt wahr ist. Dies müsse das Korrektiv sein, welches nach der Zeit der Diskriminierung ein kaputtes System wieder aufrichtet.

In Österreich sind diese Ansätze ebenso zu spüren. Nachdem die Mordrate an Frauen in Wien tragische 50 % im Jahr 20215 gestiegen war und Gewalt gegen Frauen ebenso stieg, erfolgte die Tendenz zur Verurteilung Unschuldiger auf die österreichische Art. Unter dem Deckmantel der Generalprävention ist es hierzulande erlaubt, jemanden, der eine Straftat begangen hat, mit voller Härte des Gesetzes zu bestrafen. Dabei ist nicht der Täter im Zentrum der Betrachtung, sondern die Gesellschaft. Die Überlegung der Richter lautet nun: Wie hoch muss eine Strafe sein, dass andere Personen, daher wirklich unbeteiligte Dritte, von dem Gedanken abgebracht werden, gleiche Straftaten gegen das gleiche Rechtsgut, z. B. Gewalt gegen Frauen, auszuüben?

Diese Überlegung ermöglicht es, unter einer zutreffenden Begründung das Leben eines Angeklagten zu zerstören, der jedoch keinerlei Notwendigkeit für eine derartige Bestrafung aufweist, da sowieso nicht anzunehmen wäre, er würde derartige Straftaten erneut begehen.

Was ist nun die neue Art, wie eine Frau kriminell wird in Österreich? Es gibt sicher viele Möglichkeiten, doch es scheint nicht so beliebt und im Trend zu sein wie die falsche Anschuldigung gegenüber einem Mann. Exfreunde, Kurzzeitbekanntschaften usw. werden zum Opfer.

Anzeigen wegen Vergewaltigung oder wegen Gewalt in einer Beziehung sind keine Seltenheit mehr. Nichts ist schlimmer, als wenn man unschuldig als Vergewaltiger dargestellt wird oder die Exfreundin beginnt zu behaupten, man habe sie misshandelt und über Jahre hinweg geschlagen. Es ist ein Gefühl von Hilflosigkeit, das seinesgleichen erfolglos sucht. Im ersten Moment meldet sich die innere Stimme der Vernunft und sagt: „Mach dir keine Sorgen, du hast nichts zu befürchten, du bist unschuldig.“ Doch dann geschieht es. Die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft beginnen zu ermitteln. Die Angelegenheit nimmt Fahrt auf. Nicht die Rede von einer Klarstellung in wenigen Wochen. Derartige Verfahren laufen viel länger. Zusätzlich ist die Staatsanwaltschaft bei solchen Delikten überhaupt nicht mehr dazu geneigt, objektiv die Sache zu betrachten und eine Einstellung herbeizuführen.

Überlegen Sie selbst: Wie viele Elemente müsste man bei einer Beziehung umdichten bzw. anders erzählen, bis es sich nicht mehr um ein normales Miteinander handelt, sondern um einen Fall häuslicher Gewalt, in dem der Mann seine Frau viele Monate oder Jahre misshandelte? Ich habe so schlechte und unglaubwürdige Geschichten gehört, welche unter anderen Umständen niemals für die Erhebung einer Anklage reichen würden. Doch nun tun sie es. Z. B. Fotografien von irgendwelchen Verletzungen ohne ärztliche Atteste. Diese sind auf einmal relevant. Ein Mädchen, das über den Exfreund nur noch die schrecklichen Geschichten zu erzählen hat, welche ihn alle, wären sie wahr, umgehend ins Gefängnis befördern würden. Doch es existieren keine Zeugen. Lediglich existiert eine Geschichte, in welcher die Ex den Ex zu einem brutalen Monster werden lässt. Doch auf einmal muss der Mann in diesem Szenario bemerken, dass gegen ihn weiter und weiter ermittelt wird. Es gibt nicht viele Dinge, die so schrecklich sind wie zu bemerken, dass tatsächlich gegen einen selbst wegen derart heftiger Delikte ermittelt wird. Es ändert das eigene Leben dramatisch. Zusätzlich ist es ein derartig schwerwiegender Angriff durch die Justiz, wenn wegen derartiger Straftaten gegen einen selbst ermittelt wird. Von nun an ist das Leben des Betroffenen nicht mehr dasselbe. Ich darf als Betroffener berichten, dass es mich zerstört. Ich finde kaum noch Halt in meinem Umfeld. Täglich bemerke ich, wie ich mich mehr und mehr aufgebe. Doch das Allerschlimmste ist es, wenn dann gegen Ende des ersten Akts, daher bei Erhebung einer Anklage, bemerkt wird, man könnte tatsächlich schuldig gesprochen werden. Dieses Verfahren hat nun das Potenzial, das eigene Leben zu vernichten. Es hat Fahrt aufgenommen, und oftmals kann ich es immer noch nicht fassen, dass tatsächlich eine Gerichtsverhandlung stattfindet, um zu entscheiden, ob und in welcher Höhe ich zu verurteilen bin.

Es ist mein größtes Anliegen, für Frauen Sicherheit und Freiheit zu organisieren. Niemals würde ich mich in eine solche Richtung bewegen. Ich muss erkennen, dass meine Exfreundin einfach alles dafür unternehmen will und wird, um meine Existenz zu ruinieren. Das ist tatsächlich ihr Wunsch. Dabei spannt sie eine Organisation ein, die Justiz, welche ich immer sehr respektierte. Ich verstehe nicht, weshalb ein Mensch jemanden, den sie mal geliebt hat, nun bis ans Limit und darüber hinaus ruinieren will.

Ich verabscheue alle Formen von Gewalt, aber auch Rache- und Hassgefühle. Niemals habe ich mich darauf eingelassen, einen anderen Menschen, auch nicht jene Exemplare, welche mir Dinge antaten, die ein solches Verhalten rechtfertigen könnten. Denn ich glaube daran, dass die Kreativität, die Kraft eines schöpferischen Geistes, Dinge sind, mit denen ich einstrebenswert um eine Person kämpfte, die ich mal liebte. Ich habe ihr Kleidung gekauft, ich gab ihr zu essen und sorgte für ein Dach über ihrem Kopf. Sie kam hier in Wien an und hatte nichts, und ich bot ihr ein Zuhause.

Warum tut sie das? Sie ist doch nur zu stolz, um sich einzugestehen, dass sie sich einfach nicht richtig verhalten hat. Sie konnte diese Beziehung nicht halten. Doch es wäre für sie niemals eine Option, selbst Fehler einzugestehen. Darum bin ich für sie nun ein Monster, und sie zögert nicht, diese Ansicht laufend zu verbreiten. Bereits bis jetzt, da sich die Sache über 14 Monate zieht, bemerke ich, dass sich meine Gesundheit sehr verschlechtert hat. Es geht mir nicht gut. Ich fühle mich ausgeliefert, und am schlimmsten: Es fühlt sich so an, als ob ich ganz alleine bin und mir niemand glaubt, während alle anderen scheinbar auf ihrer Seite sind. Weswegen wird nicht erkannt, dass es sich hierbei um Lügen handelt? Ach ja, doch, das wird es. Die Staatsanwaltschaft erkennt an, dass es sich um Lügen handelte. Doch dennoch wird das Verfahren nicht fallen gelassen.

Zwei Dinge hierzu: Besser neun Schuldige in Freiheit als ein Unschuldiger in Haft. Ebenso gibt es kein schlimmeres Gefühl als jenes, als Opfer nicht nur nicht als solches erkannt zu werden, sondern darüber hinaus als Täter bezeichnet zu werden und sich vor Gericht verantworten zu müssen. Es ist ein Gefühl von Hilflosigkeit. Doch dennoch ist es der Schritt, sich nun doch zu wehren, sich doch dem Hass hinzugeben und auf legalem Weg natürlich zu reagieren. Denn das bedeutete, ich würde mein großes Talent hierfür nutzen. Mit Rechtswissenschaft zu antworten, das wäre eine Antwort, welche durch ihre wuchtige Wirkungsweise sich zeigen würde. Denn darin bin ich natürlich besonders gut, darum habe ich dieses Talent noch nie für einen solchen privaten Konflikt genutzt. Ich weiß einfach jetzt schon, dass die daraus entstehenden Auswirkungen zu gravierend wären für dieses Mädchen. Oder soll ich es wagen? Doch was sagt es über mich, wenn ich dann auch auf dieses tiefe Niveau falle?